In einer Zeit, in der Engagement oft an Sichtbarkeit gemessen wird und Fürsorge für andere auf einen kurzen Beitrag oder einen symbolischen Kommentar reduziert wird, gibt es jene, die einen anderen Weg wählen – den Weg der Begegnung, der Arbeit und der stillen Verantwortung. Die Aktivitäten der Stipendistinnen und Stipendiaten der Hastor Stiftung im Februar zeigen, dass freiwilliges Engagement kein isolierter Akt ist, sondern ein Prozess des Lernens, Reifens und der Verbindung mit den Menschen und dem Raum, in dem wir leben. Hinter jedem Workshop, jedem Treffen oder jeder Aktion stehen reale Geschichten – von Kindern, die zum ersten Mal öffentlich sprechen, von jungen Menschen, die neue Fähigkeiten erwerben, von Gemeinschaften, die sich um gemeinsame Werte versammeln. Der Überblick über die Februar-Aktivitäten offenbart eine Vielfalt an Themen, aber auch einen gemeinsamen roten Faden: echte Einbindung in die Gemeinschaft.
In Zvornik wurde am 28. Februar der Tag der seltenen Krankheiten begangen. Durch Gespräche mit Schülerinnen und Schülern wurde das Thema der Herausforderungen eröffnet, mit denen Menschen leben, die von seltenen Krankheiten betroffen sind, ebenso wie deren Familien. Anstelle trockener Daten lernten die Schülerinnen und Schüler etwas über Empathie, Verständnis und die Bedeutung von Unterstützung. Der kreative Teil der Aktivität verwandelte das Klassenzimmer in ein kleines Atelier der Solidarität: Es entstanden Informationsflyer, gefüllt mit Informationen, symbolischen Illustrationen und Botschaften der Unterstützung. Durch das Verteilen der Flyer im Stadtzentrum wurden die jungen Menschen zu Trägern des Bewusstseins in ihrer Gemeinschaft. Dieser Spaziergang durch die Stadt war mehr als die Verteilung von Papier – er war eine Lektion im Mut, über jene zu sprechen, die oft unsichtbar bleiben.
In Konjic erhielt das freiwillige Engagement eine feierliche und symbolische Dimension. Anlässlich des Unabhängigkeitstages von Bosnien und Herzegowina gestalteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Flure der Grundschule, sodass die Kinder am Montag von einer Umgebung voller Botschaften der Gemeinschaft und des Friedens empfangen wurden. Das zentrale Plakat, in den Farben der Flagge gestaltet, wurde an einem gut sichtbaren Ort angebracht – als Erinnerung an Werte, die über ein einzelnes Feiertagsdatum hinausgehen. Ebenso wichtig war jedoch der Prozess selbst: Teamarbeit, Absprachen, Zeichnen, das Gestalten des Raumes und das Gefühl, mit den eigenen Händen eine Spur in der Schule hinterlassen zu haben, die sie täglich besuchen.
Maglaj war im Februar ein Raum der digitalen Stärkung. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eigneten sich in praktischen Workshops Kenntnisse im Umgang mit Word, Excel und PowerPoint an. Das Erlernen von Textformatierung, der Erstellung von Tabellen und Präsentationen war nicht nur das technische Beherrschen von Programmen, sondern eine Stärkung für die moderne Welt. Besonderen Wert hatten kurze öffentliche Präsentationen, in denen die Schülerinnen und Schüler lernten, eine Idee klar und selbstbewusst zu vermitteln. Diese Workshops zeigten, dass digitale Kompetenz kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist – und dass Wissen erst dann zu Macht wird, wenn es geteilt wird.
In Vogošća verließen die Schülerinnen und Schüler die Klassenzimmer, um das kulturhistorische Erbe ihrer Region kennenzulernen. Der Besuch von Denkmälern begann mit einem Vortrag über deren Symbolik, doch das eigentliche Lernen entstand erst vor Ort – beim Lesen der Inschriften, beim Beobachten von Details und in der gemeinsamen Diskussion. Fotografien und kurze Notizen halfen den Schülerinnen und Schülern, das Gelernte zu reflektieren, und das abschließende Gespräch eröffnete die Frage, wie wir heute die Vergangenheit verstehen und welche Verantwortung wir für ihre Bewahrung tragen.
Bugojno zeigte durch den Workshop „Zeichnungen als Zeichen der Liebe“, wie einfache Botschaften oft die tiefsten sind. Die Kinder sprachen darüber, was Liebe für sie bedeutet, und drückten anschließend durch Zeichnungen und kurze Botschaften Dankbarkeit, Fürsorge und Zugehörigkeit aus. Die Präsentation der Arbeiten war nicht nur ein künstlerischer Akt, sondern eine Übung in Mut und Selbstvertrauen. In diesem Raum aus Papier und Farben wurden emotionale Intelligenz und das Bewusstsein aufgebaut, dass eine kleine Aufmerksamkeit eine große Bedeutung haben kann.
Sarajevo war auch der Ort, an dem junge Menschen durch die Erstellung eines Bildungsvideos über die Prävention von Süchten und einen gesunden Umgang mit Stress sprachen. Teamarbeit, das Schreiben eines Drehbuchs, das Filmen und der Schnitt verwandelten eine Idee in konkretes Material, das Gleichaltrigen dienen wird. Anstatt Ratschläge passiv zu hören, wurden die Schülerinnen und Schüler zu Gestalterinnen und Gestaltern der Botschaft und übernahmen Verantwortung dafür, Einfluss auf ihre Generation zu nehmen. Gleichzeitig fand im Büro der Hastor Stiftung jener leisere, aber ebenso wichtige Teil des freiwilligen Engagements statt. Die Schreibtische waren mit Dokumentationen sowohl unserer Stipendistinnen und Stipendiaten als auch der Stipendienbewerberinnen und -bewerber belegt, und die Freiwilligen sortierten mit großer Sorgfalt die Post – im Bewusstsein, dass sich hinter jedem Namen besondere Geschichten, Träume und Hoffnungen verbergen. Parallel dazu unternahmen sie die letzten Schritte für den erfolgreichen Abschluss der regulären Ausschreibung für das Schuljahr 2026/2027 und bereiteten damit ein solides Fundament für die Aufnahme zukünftiger Generationen von Stipendistinnen und Stipendiaten.
In Brčko, in der lokalen Gemeinschaft Maoča, lernten die Schülerinnen und Schüler grundlegende Fähigkeiten zur Orientierung in der Natur. Orientierung ohne Technologie, die Arbeit mit dem Kompass, das Erlernen von Knoten sowie eine abschließende Team-Simulation verbanden Wissen und Praxis. Ebenso wichtig war jedoch die Offenheit der Workshops für andere junge Menschen aus der Gemeinschaft. Durch das Teilen von Wissen verbreitete sich auch die Idee, dass Gemeinschaft dort beginnt, wo wir voneinander lernen.
Fojnica zeigte, wie Ökologie und Kreativität Hand in Hand gehen können. Die Herstellung von Spielzeug aus recycelten Materialien war mehr als ein Kunstworkshop – sie war eine Botschaft, dass Abfall in Freude verwandelt werden kann. Durch das Verschenken der hergestellten Spielzeuge an andere Schülerinnen und Schüler verbanden die Freiwilligen die Sorge um die Umwelt mit der Sorge um die Menschen.
Wenn man all diese Aktivitäten gemeinsam betrachtet, wird deutlich, dass freiwilliges Engagement kein einheitliches Gesicht hat. Es ist zugleich Bildung, Kreativität, Ökologie, digitale Stärkung, Erinnerungskultur und Fürsorge für andere. Von Zvornik bis Konjic, von Maglaj bis Sarajevo, von Bugojno bis Brčko und schließlich bis Fojnica – jede Stadt brachte ein anderes Thema, aber dieselbe Botschaft: Gemeinschaft entsteht durch Handeln.
Für diejenigen, die sich fragen, was freiwilliges Engagement wirklich bedeutet, liegt die Antwort genau in diesen Beispielen. Es bedeutet, die Komfortzone zu verlassen, Verantwortung zu übernehmen, etwas Neues zu lernen und es mit anderen zu teilen. Es bedeutet zu verstehen, dass Veränderung nicht mit großen Gesten beginnt, sondern mit kleinen, konsequenten Schritten. Denn Gemeinschaft entsteht nicht auf einmal – sie wächst aus einer Reihe einzelner Entscheidungen, heute ein wenig verantwortungsvoller, ein wenig aufmerksamer und ein wenig menschlicher zu sein als gestern.





