In der Welt des Spitzensports hört man oft von Entbehrungen, doch nur selten begegnet man jemandem, der mit so viel Leichtigkeit und einem Lächeln die Herausforderungen eines anspruchsvollen Studiums mit sportlichen Erfolgen verbindet. In unserem Interview des Monats nehmen wir Sie mit in die Welt der Geschwindigkeit, beeindruckenden Reflexe und eisernen Disziplin. Wir haben mit Ajna Zlotrg gesprochen, einer Studentin, die bei den kürzlich stattgefundenen Staatsmeisterschaften im Tischtennis einen hervorragenden zweiten und dritten Platz belegte. Für unseren Newsletter verrät Ajna, wie sie ihre Leidenschaft für diesen Sport von ihrer Familie geerbt hat, wie sie in entscheidenden Momenten eines Spiels die Konzentration bewahrt und warum sie überzeugt ist, dass Tischtennis uns die wichtigsten Lektionen fürs Leben vermittelt.

  1. Wann haben Sie mit Tischtennis begonnen und was hat Sie an diesem Sport besonders begeistert?

Ich betreibe diesen Sport bereits seit vielen Jahren. Mit dem Training habe ich 2013 im Alter von acht Jahren begonnen. Fast alle Mitglieder meiner Familie haben sich in einem Abschnitt ihres Lebens mit Tischtennis beschäftigt – manche intensiver, andere eher als Freizeitsport. Tatsache ist jedoch, dass alle diesen Sport geliebt haben. Dadurch entwickelte auch ich mein Interesse am Tischtennis. Darüber hinaus ist es eine sehr schnelle und dynamische Sportart, die Konzentration und Fokus erfordert, die Reflexe fördert und nicht nur den Körper, sondern auch den Geist trainiert.

  1. Wie gelingt es Ihnen, Studium, Training und Wettkämpfe miteinander zu vereinbaren?

Ich habe keinerlei Probleme damit, Tischtennis mit meinen akademischen Verpflichtungen zu verbinden. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch daran erinnern, wie mein Alltag ohne Training und Wettkämpfe aussah. Ich bin daran gewöhnt, dass mein Tag ausgefüllt ist und neben den Verpflichtungen an der Universität auch Trainingseinheiten dazugehören, während die Wochenenden meist für Wettkämpfe reserviert sind. Das ist zu meinem Alltag geworden. Ich bin überzeugt, dass man mit guter Organisation und Disziplin alles erreichen kann.

  1. Gab es einen besonderen Moment während eines Wettkampfs, an den Sie sich immer erinnern werden?

Der Gewinn der Junioren-Staatsmeisterschaft im Jahr 2024 ist definitiv ein Moment, den ich niemals vergessen werde. Im Finale spielte ich gegen eine gute Freundin. Der Spielstand lag bei 2:2 Sätzen, und der entscheidende Satz war äußerst spannend und ungewiss. Das Gefühl von Freude und Erleichterung nach dem Gewinn des entscheidenden Punktes werde ich nie vergessen. Es war ein psychisch sehr anspruchsvolles Spiel, aber am Ende konnte ich als Siegerin aus diesem Kampf hervorgehen.

  1. Was bereitet Ihnen am Tischtennis die größte Freude – die Siege, die Atmosphäre bei Wettkämpfen oder etwas anderes?

Ich war schon immer ein Mensch, für den die Atmosphäre am wichtigsten ist. Meine besten Freundschaften und schönsten Erinnerungen sind mit dem Tischtennis verbunden, und genau deshalb liebe ich diesen Sport so sehr. Natürlich sind auch Siege ein wichtiger Faktor, und ich strebe stets danach. Doch selbst wenn Niederlagen oder Enttäuschungen dazugehören, genieße ich die Gemeinschaft und die sportliche Atmosphäre, die dieser Sport mit sich bringt.

  1. Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die mit Tischtennis beginnen oder sich ernsthafter dem Sport widmen möchten?

Ich möchte junge Menschen dazu ermutigen, Tischtennis zu spielen, weil ich der Meinung bin, dass dieser Sport deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als er derzeit erhält. Es ist eine Sportart, die nicht nur die körperlichen, sondern auch die mentalen Fähigkeiten fördert, da sie ständige Konzentration, Aufmerksamkeit und strategisches Denken verlangt – besonders auf leistungsorientiertem Niveau. Aber auch als Freizeitsport ist Tischtennis eine hervorragende Möglichkeit, körperlich aktiv zu bleiben und dabei viel Freude zu haben.

Grundsätzlich bietet jede Sportart die Gelegenheit, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, Disziplin zu erlernen und sich selbst besser kennenzulernen – wie man auf Niederlagen reagiert, mit Wut und Freude umgeht und wie viel Ausdauer und Kampfgeist in einem steckt. Mein Rat an junge Menschen lautet daher, auch in schwierigen Phasen durchzuhalten, denn gerade in diesem Prozess wachsen wir am meisten.

  1. Wenn Sie eine Sache nennen müssten, die Ihnen der Sport beigebracht hat – welche wäre das?

Zu den wichtigsten Dingen, die mir der Sport vermittelt hat, gehören Fleiß, Ordnung und Disziplin – die Erkenntnis, dass viel Einsatz und Zeit notwendig sind, um seine Ziele zu erreichen. Vielleicht hat er mich aber auch etwas gelehrt, das viele nicht erwarten würden.

Durch Tischtennis habe ich verstanden, wie wahr das Sprichwort ist, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Unzählige Male habe ich selbst erlebt oder bei anderen beobachtet, dass Menschen nicht aufgeben, selbst wenn die Situation nahezu aussichtslos erscheint. Natürlich sollte man immer bis zum Schluss kämpfen, doch es gibt Momente, in denen die Chancen auf einen Sieg fast nicht vorhanden sind, der Gegner deutlich stärker ist oder man mit großem Rückstand zurückliegt. Trotzdem bleibt bis zum letzten Punkt die Hoffnung, dass sich das Blatt noch wenden kann.

Vielleicht ist das eine eher ungewöhnliche Antwort, aber genau das betrachte ich als eine der schönsten Lektionen, die mir der Sport gegeben hat.