Student zu sein bedeutet für viele, ein Gleichgewicht zwischen universitären und persönlichen Verpflichtungen zu finden. Für unseren Stipendisten Husо Mehmedović bedeutet es jedoch noch mehr, da er sich bereits im ersten Studienmonat in der verantwortungsvollen Rolle eines Mentors für Grund- und Oberschüler aus Sapna versucht hat. Heute befindet sich Husо im vierten Studienjahr und ist ein stolzer Mentor von zwei großen Schülergruppen. Dabei bemüht er sich, jedem freiwilligen Treffen mit großer Sorgfalt zu begegnen und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jüngere Stipendisten gerne versammeln. Dank dieser Atmosphäre von gegenseitigem Vertrauen, Unterstützung und Motivation verzeichnen seine Gruppen die geringste Anzahl an Fehlzeiten – was nicht nur eine Statistik ist, sondern ein Beweis für Generationen junger Menschen aus Sapna, die gemeinsam die Vision der Hastor Stiftung leben.
1. Du bist seit vier Jahren Mentor einer großen Schülergruppe. Wie würdest du deine Erfahrung beschreiben und was motiviert dich am meisten?
Die Arbeit mit einer großen Schülergruppe ist herausfordernd, aber zugleich sehr motivierend. Die größte Motivation ist die Möglichkeit, zur Entwicklung junger Menschen beizutragen – ihnen durch Workshops neue Fähigkeiten zu vermitteln, Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen. Meine Mentorenerfahrung würde ich als wertvoll und lehrreich beschreiben, da sie mir hilft, mich besser zu organisieren und Erfahrung in der Arbeit mit Kindern zu sammeln.
2. Deine Gruppen zählen über 40 Schüler, und die Fehlzeiten sind minimal. Wie schaffst du es, die Schüler zu motivieren?
Schüler sind von selbst motiviert, wenn sie sich wohlfühlen und nicht das Gefühl haben, teilnehmen zu müssen. Der Schlüssel liegt darin, dass sie gerne Zeit in den Workshops verbringen und sich mit anderen austauschen. Ein Weg dahin ist, ihnen teilweise Freiheit bei der Gestaltung der Workshops zu geben – sie dürfen mitentscheiden, was sie machen möchten. Ich halte mich nie strikt zu 100 % an den Plan, sondern passe die Aktivitäten an die Bedürfnisse der Schüler an. Wichtig ist auch Interaktion – durch Quizze, Spiele und Wettbewerbe, damit sie aktiv teilnehmen und Spaß haben.
3. Wie gestaltest du die Treffen, damit sie interessant und nützlich sind?
Ich versetze mich in die Rolle der Schüler, da ich früher selbst an solchen Treffen teilgenommen habe. Die besten Treffen sind die mit Interaktion und Spaß. Deshalb sehe ich mich als Freund, aber mit genug Autorität, damit das Treffen strukturiert bleibt. Ich biete den Schülern Wahlmöglichkeiten – ob sie lesen, zuhören, schriftlich oder mündlich antworten möchten. So wird der Workshop aktiv und an ihre Bedürfnisse angepasst.
4. Gibt es einen besonderen Moment, der dir im Gedächtnis geblieben ist?
Ein prägender Moment war mein erster Workshop als Mentor. Als ich vor 20 bis 25 Schülern stand, wurde mir bewusst, wie es ist, auf der anderen Seite zu sein.
Ein weiterer Moment war das Ende eines Workshops, bei dem die Schüler so engagiert waren, dass sie nicht einmal nach einer Pause fragten. Als ich sagte, dass wir gehen, waren sie traurig und wollten wissen, wann das nächste Treffen stattfindet. Solche Momente geben mir das Gefühl, dass meine Arbeit sinnvoll ist.
5. Was würdest du neuen Mentoren mit auf den Weg geben?
Nutzt jede Gelegenheit zum Lernen und zum Austausch. Seid neugierig, stellt Fragen und habt keine Angst vor Fehlern – aus ihnen lernt man am meisten. Aktive Teilnahme hilft euch, euch selbst weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Durch gemeinsame Arbeit wird das Erlebnis unvergesslich.



