Eines der Projekte, die das Jahr 2025 in der Hastor Stiftung neben vielen anderen besonders geprägt haben, ist zweifellos die Dokumentarserie „Mit stolzen Schritten durch Bosnien und Herzegowina“. Die Hastor Stiftung hat diese Serie mit dem Ziel ins Leben gerufen, die natürlichen Schönheiten Bosnien und Herzegowinas, das menschliche Potenzial des Landes sowie die vorhandenen Chancen zu präsentieren, um jungen Menschen zu zeigen, dass sie ihre Zukunft auch in unserem Land aufbauen können. Das Team der Hastor Stiftung hat die erste Staffel erfolgreich abgeschlossen, und aus diesem Anlass widmen wir das Interview des Monats Januar Hana Kazić Sulić, unserer Stipendiatin und einem der zentralen Mitglieder hinter diesem Projekt.

1. Wie kam es zu deiner Einbindung in die Aufnahmen und den Schnitt der ersten Staffel der Serie „Mit stolzen Schritten durch Bosnien und Herzegowina“ und wie war dein erster Eindruck vom Projekt?

Ich wurde auf Initiative der Redakteurin und Moderatorin der Serie „Mit stolzen Schritten durch Bosnien und Herzegowina“, Dženana Zulum, in das Projekt eingebunden. Ich gehörte zu den ersten Personen, denen das Konzept vorgestellt wurde, und erhielt sofort die Frage, ob ich an der Umsetzung eines so bedeutenden Projekts mitwirken möchte, mit der Verantwortung für Kamera und Schnitt. Mein erster Eindruck war äußerst positiv. Die Idee der Serie hat mir sehr gefallen, da sie auf kreative und authentische Weise das kulturelle Erbe und die Schönheiten Bosnien und Herzegowinas sowie die Potenziale unseres Landes darstellt. Besonders motivierend war für mich die klare Botschaft des Projekts – positive Beispiele aufzuzeigen und junge Menschen zu ermutigen, hierzubleiben und ihre Zukunft hier aufzubauen.

2. Welche konkreten Aufgaben hattest du während der Dreharbeiten und der Postproduktion und wie sah die Arbeit vor Ort in ganz Bosnien und Herzegowina aus?

Meine konkreten Aufgaben umfassten den gesamten Prozess der Aufnahmen und der Postproduktion. Vor jedem Dreh war es notwendig, die Stadt und die umliegenden Orte detailliert zu recherchieren, um bestmöglich vorbereitet zu sein: sich mit der Umgebung vertraut zu machen, die Bildkomposition zu planen und den visuellen Ansatz jeder Episode im Voraus zu konzipieren. Während der Dreharbeiten war neben dem Videomaterial auch die Tonaufnahme ein sehr wichtiger Teil der Arbeit. Wir mussten auf das Umfeld und die Bedingungen vor Ort achten, damit die Stimmen der Gäste und der Moderatorin klar und verständlich blieben. Neben den Interviews nahmen wir auch zusätzliche Aufnahmen auf – sogenannte Offs und atmosphärische Szenen –, die später beim Aufbau der Gesamtgeschichte halfen. Nach dem Außendreh folgte die Postproduktion, die die Materialauswahl, den narrativen Aufbau, Color Grading, Tonbearbeitung und reinigung, die Suche nach passender Musik für jede Episode sowie die Aufnahme und das Hinzufügen zusätzlicher Voiceovers umfasste. Jede Episode erforderte einen sorgfältigen und kreativen Ansatz, damit das Endergebnis dynamisch und inhaltlich abgerundet war

3. Was stellte für dich die größte Herausforderung im Aufnahme- und Schnittprozess dar und was würdest du als den schönsten Teil dieser Erfahrung hervorheben?

Die größte Herausforderung im Aufnahme- und Schnittprozess war das anspruchsvolle Arbeitstempo, insbesondere die Reisen in verschiedene Städte und die Organisation der Dreharbeiten innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens. Oft war es anstrengend, Logistik, Drehpläne und technische Bedingungen vor Ort aufeinander abzustimmen, doch wir bemühten uns, jede Herausforderung als Teil des kreativen Prozesses zu begreifen. Die Reisen selbst waren trotz der Erschöpfung interessant, da wir unterwegs die Möglichkeit hatten, Aufnahmen zu planen und Ideen auszutauschen. Aus Sicht des Schnitts bestand die größte Herausforderung darin, aus einer großen Menge an Material eine sinnvolle und dynamische Einheit zu schaffen und dabei die Authentizität der Geschichten und die Atmosphäre jeder Stadt zu bewahren. Es war notwendig, Bildmaterial, Musik und den Rhythmus der Episode sorgfältig auszuwählen, damit das Endprodukt qualitativ hochwertig und für die Zuschauer*innen interessant ist. Als den schönsten Teil der Erfahrung würde ich definitiv das Kennenlernen der Gäste und die Besuche verschiedener Orte in ganz Bosnien und Herzegowina hervorheben. Jede Stadt hatte ihre eigene Energie und Geschichte, und die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen und durch die Serie darzustellen, war äußerst inspirierend. Gerade diese Begegnungen mit Menschen, neue Bekanntschaften und das Gefühl, gemeinsam etwas Wertvolles zu schaffen, machten das gesamte Projekt unvergesslich.

4. Wie wichtig war die Unterstützung der Hastor Stiftung für die Umsetzung der Serie und was bedeuten solche Projekte für junge Menschen, die sich professionell im Medienbereich entwickeln möchten?

Die Unterstützung der Hastor Stiftung war entscheidend für die Umsetzung der gesamten Serie. Ohne ihre Unterstützung und ihr Vertrauen wäre ein solches Projekt, insbesondere aus produktionstechnischer Sicht, deutlich schwieriger zu realisieren gewesen. Sie stellten uns finanzielle Mittel, organisatorische Unterstützung und Raum für kreativen Ausdruck zur Verfügung, was für junge Autor*innen von großer Bedeutung ist. Solche Projekte haben einen hohen Stellenwert für junge Menschen, die sich fachlich im Medienbereich entwickeln möchten, da sie die Möglichkeit bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln, im Team zu arbeiten und den gesamten Prozess der Videoproduktion direkt mitzuerleben. Durch die Arbeit an der Serie konnten wir lernen, recherchieren, neue Fähigkeiten entwickeln und einen professionellen Zugang zur Arbeit aufbauen. Zudem geben solche Projekte jungen Menschen Selbstvertrauen und das Gefühl, dass ihre Arbeit einen realen Wert und Sichtbarkeit hat. Die Hastor Stiftung hat das Potenzial junger Kreativer erkannt und uns ermöglicht, unsere Ideen in ein konkretes und gesellschaftlich relevantes Projekt umzusetzen – was für unsere berufliche Entwicklung von unschätzbarem Wert war.